Jenseits von Pu und Böse

Ich weiß nicht, was dieses kleine Erlebnis über die Philosophie oder mich sagt. Letztes Jahr erwarb ich in einem Antiquariat das Buch „Jenseits von Pu und Böse“ von John Tyermann Williams. Grundlegende Idee des Werkes ist, dass alle Philosophie eigentlich nur auf „Pu der Bär“ hinausgelaufen sei. Dies belegt der Autor mit Darstellungen verschiedener philosophischer Strömungen und ihre Anwendung im Kontext dieses Werkes darzulegen.

Nun konnte ich, man möge es meiner Naivität zuschreiben, lange Zeit nicht sagen, ob diese These nun ernst gemeint war oder nicht. Der erste Teil befasst sich mit den griechischen Philosophen der Antike. Die Ausführungen scheinen, wenn schon nicht in dem Sinne, dass man Pu wirklich für den Höhepunkt der westlichen Philosophie hält, dann zumindest so weit ernst gemeint, die Themen anhand der Bücher zu erarbeiten. Bis dahin handelt es sich also um ein nettes Lesewerk, welches sowohl Philosophie nahe bringt als auch dem Bär der Literatur etwas Tiefe verleiht.

Dann folgen jedoch die Philosophen der Neuzeit (das Mittelalter wird bezeichnenderweise übersprungen). Ab diesem Punkt kann kein Zweifel mehr daran bestehen: Es handelt sich um einen Scherz. Zuvor waren es jedoch durchdachte Abhandlungen, die Philosophie beispielsweise eines Hume in „Pu der Bär“ hineinzuzwängen wirkt bemüht und geradezu lächerlich.

Ich frage mich aber bis heute, ob  dieser Versuch am Autor oder an den darzustellenden Philosophen scheiterte.

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